8 Sicherheitstipps, wie man sich gegen und bei Hausbrand schützen kann

Ein Hausbrand kündigt sich meist nicht an, sondern passiert plötzlich und unverhofft – eine Kerze fällt um, der Ofen wird nicht abgeschaltet, und schon kann es passieren. Dabei könnte man mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen das Schlimmste in der Regel gut abwenden. Mit den folgenden Tipps wird das Haus ein wenig brandsicherer.

Geräte immer ausschalten

Steckdosen-ueberlastung-Standby

Ein Schalter an der Steckdose kann ungenutzte Geräte abschalten

Die häufigste Ursache für einen Hausbrand ist ein elektrisches Gerät. Um einem Hausbrand bestmöglich vorbeugen zu können, sollte man sich also angewöhnen, Geräte, die gerade nicht benötigt werden, grundsätzlich auszuschalten und im Idealfall sogar ganz vom Stromnetz zu trennen, denn selbst im Standby-Betrieb verbrauchen die Geräte Strom und verschwenden dadurch nicht nur Geld, sondern erhöhen auch das Brandrisiko. Eine gute Investition sind daher Mehrfachstecker mit einem Schalter, der den Kontakt zum Stromnetz kappt. Gerade bei Fernsehern oder Stereoanlagen ist dies wichtiger als man glaubt. Bei diesen Geräten sollte man zusätzlich darauf achten, dass die Lüftungsschlitze, die zur Ableitung von Wärme dienen, nicht verdeckt werden, damit sie nicht überhitzen. Wer diese Geräte in einen Schrank einbauen möchte, sollte auf einen seitlichen Mindestabstand von 15 bis 20 Zentimetern achten. Außerdem sollte man davon absehen, seine Pflanzen auf den Fernseher zu stellen, da auslaufendes Wasser zu einem Kurzschluss führen kann.

 

Brand eines Wohnhauses

Nicht erst handeln wenn es zu spät ist

Leitungen nicht überlasten

Steckdosen-ueberlastung-Brandgefahr

Mehrfachsteckdosen nicht überlasten

Stecker, Steckdosen und Leitungen sind nur für eine gewisse Maximalbelastung zugelassen, die in der Regel auf dem Gehäuse vermerkt ist. Damit nichts passiert, sollte man sie nie über diesen Wert hinaus belasten, da sie sonst schnell überhitzen und dadurch einen Brand auslösen können. Daher eignen sich Mehrfachstecker auch nur für Kleingeräte wie Fernseher, Hifi-Geräte und PC-Komponenten, während Großverbraucher wie Waschmaschine, Trockner, Herd oder Spülmaschine niemals gleichzeitig über denselben Mehrfachstecker ans Stromnetz gekoppelt sein sollten.

Außerdem sollte man Kabel und Leitungen stets auf Beschädigungen überprüfen und beschädigte Komponenten nicht mit Isolierband zusammenflicken, sondern unverzüglich ersetzen, damit ein sicherer Betrieb gewährleistet werden kann.

Achtsam sein

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Menschliches Fehlverhalten, oft in Form von Unachtsamkeit, zählt ebenfalls zu einer der häufigsten Ursachen für einen Brand. Zu eilig auf den Komposthaufen geworfene Grillkohle, die noch nicht vollkommen erloschen war oder ein in den Papiermüll entleerter Aschenbecher – einige Brandsituationen könnten sicherlich verhindert werden, wenn die Aufmerksamkeit höher wäre. Wer mit Feuer hantiert, sollte darauf achten, dass sich keine leicht entflammbaren Gegenstände in der Nähe befinden. Mindestens ein oder zwei Meter Sicherheitsabstand sind empfehlenswert. Vor einen offenen Kamin gehören zum Beispiel weder ein Teppich noch Zeitschriften oder ein Holzvorrat. Die abgebrannte Asche aus dem Kamin kann noch mehrere Stunden später zu einem Brand führen.

Automatische Rauchmelder verwenden

Rauchmelder installierenManchmal kann es jedoch trotz aller Achtsamkeit zu einem Brand kommen. In diesem Fall ist es besonders wichtig, den Brand frühestmöglich zu entdecken, um flüchten oder Löschmaßnahmen ergreifen zu können. Automatische Rauchmelder erledigen diese Aufgabe auch, wenn man beispielsweise schläft oder sich in einem anderen Zimmer befindet. Batteriebetriebene Rauchmelder sind kostengünstig und können leicht selbst an der Raumdecke montiert werden. Welche Rauchmelder empfehlenswert sind haben wir schon in dem Beitrag „empfehlenswerte Rauchmelder“ berichtet.

Besonders praktisch sind auch automatische Brandmeldeanlagen, die den Brand nicht nur frühzeitig entdecken, sondern ihn auch an Einsatzzentralen weiterleiten. Somit ist man auch geschützt, wenn man gerade nicht zuhause ist.

Persönliche Gegenstände schützen

Viele Menschen machen sich Sorgen darüber, was mit ihren Wertsachen passiert, wenn es einmal brennt und versuchen daher, ihre persönlichen Wertgegenstände und Papiere noch schnell zusammenzutragen, bevor sie sich in Sicherheit bringen. Dieser Fehler kann einen jedoch im schlimmsten Fall das Leben kosten. Damit diese Gegenstände auch bei einem Brand sicher bleiben, lohnt es sich, in einen Feuerschutztresor zu investieren. Hier können wichtige Dokumente und persönliche Wertsachen sicher aufbewahrt werden – selbst, wenn es mal brennt. Solche Tresore gibt es in diversen Größen und Varianten, sogar wasserdichte Tresore sind erhältlich, hier einige Beispiele:

Letzte Aktualisierung am 18.01.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Disclaimer

Feuerwehr alarmieren

Sicherheitstipps-Hausbrand-Foto unsplash.comWenn es zu einem Brand kommt, ist es wichtig, schnellstmöglich die Feuerwehr zu alarmieren. Wichtiger ist es jedoch im ersten Moment, sich selbst und andere in Sicherheit zu bringen. Die Feuerwehr sollte nur von der Wohnung aus gerufen werden, wenn dies ohne Zeitverzögerung möglich ist, ansonsten sollte man es sofort nach Verlassen des Gebäudes nachholen.
Wichtig ist beim Feuerwehrnotruf, die vier W-Fragen (Wer meldet das Ereignis? Wo geschah es? Was ist geschehen? Wie viele Verletzte?) zu beantworten und am Ende niemals selbst den Notruf zu beenden. Wer einen Notruf betätigt, sollte niemals – wie man es so oft in Filmen sieht – selbst auflegen, da es immer sein kann, dass die Feuerwehr noch zusätzliche Informationen benötigt.

Die aktuellen Notrufnummern und weitere wichtige Nummern in Deutschland

  • Polizei 110
  • Feuerwehr 112
  • Rettungsdienst 112
  • Behördenruf 115 (Zugang zu Auskünften über Leistungen der öffentlichen Verwaltung)
  • Zentrale Anlaufstelle zur Sperrung elektronischer Berechtigungen (wie Kredit- oder EC-Karten): 116 116
  • (Kassen-)ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117

Erste Maßnahmen im Brandfall

Wer einen Brand in seinem Eigenheim entdeckt, sollte sich an folgende Tipps halten:

  • Das Feuer darf sich nicht ausbreiten. Wer einen Brand entdeckt, sollte die Tür des Zimmers, in dem es brennt, schließen, ebenso wie die Tür zum Treppenhaus nach dem Verlassen der Wohnung.
  • Wichtig ist es auch, andere betroffene Menschen in den umgebenden Zimmern und Wohnungen zu alarmieren, damit auch diese sich in Sicherheit bringen können. Bitte auch an die Nachbarn denken und besonders auf Kinder und Kranke Acht geben.
  • Man sollte das Gebäude so schnell wie möglich, aber nicht überhastet verlassen. Wenn sich der Rauch schon ausgebreitet hat, sollte man sich möglichst nah am Boden aufhalten, da die Luft dort am saubersten ist.
  • Wenn mehrere Menschen vom Feuer betroffen sind, ist es wichtig, festzustellen, ob jemand fehlt.

Was man nicht tun sollte

Bei all den Dingen, die man im Brandfall tun sollte, gibt es auch Handlungen, die man unbedingt unterlassen sollte:

  • Sich in Ruhe anziehen – wenn es draußen kalt ist, reicht es, sich schnell einen Mantel zu schnappen. Ansonsten ist das eigene Leben wichtiger als das Aussehen.
  • Schmuck und Wertsachen zusammensuchen – das nimmt zu viel Zeit in Anspruch und kann potenziell lebensgefährlich werden.
  • Ein immer größer werdendes Feuer selbst bekämpfen wollen – lieber nicht den Helden spielen, sondern auf Hilfe warten, um es nicht noch schlimmer zu machen.
  • Vor einem Hausbrand fürchten sich viele Menschen. Immerhin kommt er meist völlig unerwartet und kann immensen Schaden an Haus, Tier, Mensch und allem, was sich ihm sonst noch in den Weg stellt, anrichten. Damit man sich zuhause möglichst sicher fühlen kann, ist Vorsicht immer besser als Nachsicht. Mit genügend Achtsamkeit lassen sich viele Situationen, die zu einem Brand führen können, vermeiden. Wenn es dann doch einmal zu spät ist, helfen die oben genannten Tipps, den Schaden zu begrenzen.

 

Bildquellen:

Titelbild: Leonardo Franko /& unsplash  Collage
Hausbrand / Steckdosen / Rauchmelder:  Leonardo Franko
Feuerwehr: unsplash.com

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